Hörakustiker ohne Ausbildung

Ist sowas heutzutage überhaupt möglich?

Veröffentlicht am: 21.6.2020
Autor/in: Placing-You
Lesezeit: Minuten

Wir sind im Jahr 2020 angekommen. Dass durch Corona alles etwas anders ist, muss ich keinem erzählen, aber lassen wir das heute mal außen vor. Früher war es doch so: erst Grundschule, danach Oberschule oder Gymnasium und dann folgte die wichtigste Entscheidung. Studium, freiwilliges soziales Jahr oder eine Ausbildung?

Doch nicht mehr das Richtige für dich?

Ein paar Jahre sind vergangen und ihr habt euch damals für eine Ausbildung entschieden. So langsam fühlt ihr euch in dem Beruf nicht mehr wohl, habt aber keine Lust auf eine weitere Ausbildung, die gut über drei Jahre laufen kann. Heutzutage gibt es in ganz vielen Berufen die Stelle als Assistent/-in.

Nun auch in der Hörakustik!

Seit mehreren Jahren gibt es den Fachassistenten auch in der Hörakustik. Anfangs wurde das ganze Verfahren eher kritisch gesehen. Ihr wollt wissen, wieso? Eine Ausbildung zum Hörakustiker/-in dauert für gewöhnlich drei Jahre und ist eine sehr umfangreiche Ausbildung. Die Theorie gibt es in mehreren Blöcken in Lübeck und die Praxis in der Firma.

Für den Hörakustikassistenten gibt ebenfalls ein Seminar, was jeder vorerst auch machen sollte. Das Seminar dauert drei Tage und endet mit einer Abschlussprüfung. Dort erhält man die nötigen theoretischen und praktischen Grundlagen.

Inhalte des Seminars:

Theorie

  • Überblick über Anatomie und Physiologie des Ohres
  • Überblick über verschiedene Hörschädigungen und deren Auswirkungen
  • Überblick über verschiedene Hörsysteme
  • Überblick über mögliche Gerätefeatures und deren Kundennutzen
  • Ablauf einer Hörgeräteversorgung
  • Kundengerechtes Erstgespräch / Anamnese und Bedarfsanalyse

Praxis

  • Anamnese / Bedarfsanalyse in der praktischen Anwendung Otoskopie
  • Erstellen eines Ton- und Sprachaudiogramms
  • Reparatur- und Wartung von Hörsystemen, z.B. Abhören, Filter-, Schlauchwechsel
  • Pflege und Handhabung von verschiedenen Hörsystemen
  • Beratung über Zubehör

Die Kosten für das Seminar betragen ungefähr 800 € und werden meistens vom Arbeitgeber übernommen.

ifb-karlsruhe.de/seminar-hoerakustik-assistentin/

Welche Voraussetzungen solltest du haben?

  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Selbstständiges und verantwortungsvolles Arbeiten
  • Freundliches Auftreten und ein gepflegtes Erscheinungsbild
  • Technisches Grundverständnis und Computerkenntnisse
  • Teamfähigkeit

Welche Aufgaben übernimmt ein Hörakustikassistent?

  • Mithilfe bei Messen, Hörtestaktionen, Vorträgen und sonstigen Veranstaltungen
  • Durchführung von Hörtests und Servicearbeiten an Hörsystemen
  • Unterstützung beim Ausbau und bei der Aktivierung des Kundenkreises
  • Betreuung von Senioreneinrichtungen
  • Servicefahrten, z. B. für Hausbesuche und Aktionsdurchführung
  • Beratung und Betreuung der höreingeschränkten Personen
  • Ermitteln akustischer Kenndaten des Gehörs
  • Einweisung von höreingeschränkten Personen in die Handhabung und den Gebrauch von Hörsystemen und Zubehör
  • Unterstützung beim Verkauf von qualitativ hochwertigen Hörsystemen
  • Beratung und Verkauf von Gehörschutz und Zubehör
  • Arbeiten unter Anwendung von diversen Akustikerprogrammen, Microsoft Word und aktuellen Anpassmodulen der jeweiligen Lieferanten

Zum Schluss lässt sich sagen: Ja, es ist möglich in der Hörakustik als Quereinsteiger zu arbeiten, ohne eine direkte Ausbildung absolviert zu haben. Natürlich kann man nicht alle Aufgaben von einem Hörakustiker/-in übernehmen, aber dennoch kann der Hörakustikassistent sehr eigenständig im Laden stehen. Jedoch ersetzt es keine komplette Ausbildung zum Hörakustiker.

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