Akustik & Corona – hier werden Unterschiede deutlich

Erfahrungsbericht einer Akustikmeisterin

Veröffentlicht am: 13.5.2020
Autor/in: Claudia
Lesezeit: Minuten

Selten haben Unternehmen & Arbeitgeber ihre Führungskompetenz und ihr Bemühen um Mitarbeiter so zeigen können wie in diesen – für uns alle wahrscheinlich merkwürdigen – Zeiten.

Home Office zu Corona-Zeiten

Während ich, Akustikmeisterin und Filialleitung eines mittelständischen Familienbetriebs in einer bayrischen Stadt mit rund 112.000 Tausend Einwohnern, diesen Blog-Beitrag schreibe, sitze ich mit Kaffee und Laptop in der Sonne auf dem Balkon – in Kurzarbeit. Subjektiv gesehen könnte es für mich persönlich also grade echt schlechter aussehen. Natürlich habe ich dabei im Kopf, was diese Zeiten für meinen Arbeitgeber bedeuten: stark reduzierte Öffnungszeiten oder sogar nur ein Not-Betrieb, geringe Einnahmen trotz laufender Kosten, Zukunftsängste und Ungewissheit. Keine angenehme Vorstellung. Trotz allem, stockt unser Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld auf, damit zumindest wir uns keine Sorgen machen müssen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie glücklich wir mit dieser Info waren!

Nun genieße ich das große Glück einen Arbeitgeber zu haben, der sehr offen ist und alle Bedenken seiner Mitarbeiter ernst nimmt und in die aktuellen Überlegungen mit einfließen lässt. So wurde zum Beispiel gemeinsam das direkte Vorgehen besprochen: Mütter mit Kind(ern) durften direkt Zuhause bleiben, damit kein Kind ohne Schule allein zuhause sitzt. Die anderen waren sofort damit einverstanden, auch alleine die Stellung zu halten. Dieser gemeinsame Austausch hat auch dazu geführt, dass wir uns sofort einig waren und sich das Gefühl eingeschlichen hat, dass wir die Firma gemeinsam durch diese Situation bringen. Eine bessere Teambuildung-Maßnahme gibt es eigentlich nicht! Gleichzeitig ließ sich auch die spannende Beobachtung machen, wie unterschiedlich Kunden in der Stadt und auf dem Land reagieren:

Unterschiedliche Beschlüsse aufgrund unterschiedlicher Verhaltensweisen der Kunden

Während mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen in „meiner“ Stadt plötzlich alle Termine abgesagt oder zumindest erstmal um 4 Wochen verschoben wurden, stellte meine Kollegin in 30 km Entfernung (in einem Örtchen mit ca. 1200 Einwohnern) fest, dass die Nachfrage nach Terminen extrem anstieg! Bei mir wurde also beschlossen, dass es wenig Sinn macht, wenn ich mir 5 Tage die Woche die Beine in den Bauch stehe und als Tageshighlight genau ein Päckchen Batterien verkaufe…. Also Umstellung auf Notbetrieb, einen Tag die Woche. Der wurde zwar angenommen, allerdings nur von „echten“ Notfällen, die auch nur komplett vermummt und mit doppelter Handschuhausstattung den Laden betraten (natürlich hatten wir vorher für die üblichen Hygienemaßnahmen wie Spuckschutzwand und co. gesorgt). Auf dem Land scheint die Mentalität eine andere zu sein. Meine Kollegin hörte sich diverse Male an wie übertrieben dieser neumodische Quatsch mit den Glaswänden auf der Theke wäre und man solle sich doch nicht so anstellen, ein bisschen Husten habe schließlich noch keinem was getan. Hui…bei mir in der Stadt eine apokalyptische Weltuntergangsstimmung mit Tendenz zur Panik und nur 30 Kilometer weiter alles Pillepalle? Eine spannende Beobachtung… und nicht altersabhängig, wie wir bei uns festgestellt haben!

Von Verschwörungstheorien bis hin zu die Bundesliga ist Schuld: Kundengespräche

Das einzige was ich wirklich anstrengend fand in den letzten Wochen, war die Tatsache, dass es kein anderes Gesprächsthema mehr gab. Ich bin nun bestens informiert über die neuesten Verschwörungstheorien (…und glaubt mir, von „Virus absichtlich im Labor gezüchtet“, „Bill Gates hat es eingefädelt“, „die Aliens waren das, um unseren Planeten unter Kontrolle zu bringen“ bis hin zu „der Trump hat Recht, alles Fakenews“ & „die Bundesliga ist Schuld, die haben nur keine Lust zu spielen“ - war so ziemlich alles dabei…). Manchmal sogar die obligatorischen Aluhütchenträger. Wie war das, über Politik, Religion und Sport sollte man lieber mit Kunden nicht diskutieren….? Leichter gesagt als getan in dieser Zeit, auch wenn es mehr Smalltalk als Diskussion ist. Jeder hat eine andere, eigene Meinung und möchte sie mitteilen. So langsam lockert sich aber wieder alles, und auch bei mir sind nun wieder 3 von 5 Tagen in der Woche geöffnet und auch halbwegs besucht. Sobald sich die Lage ändert und mehr Terminwünsche auftreten, wird es auch wieder die normalen Öffnungszeiten geben. Die Verschwörungstheorien sind auch langsam alle durch und siehe da, ab und an mag sogar der ein oder andere Kunde wieder übers Wetter plaudern – gefühlt ein Zeichen, dass sich doch wieder Normalität einschleicht!

In schweren Zeiten zeigt sich auf wen Verlass ist

Eins ist mir jedoch sehr klar geworden: in so einer Ausnahmesituation zeigt sich, wie welcher Chef tickt und wie er mit seinen Mitarbeitern und ihren Bedenken oder sogar Ängsten umgeht, und wie er sich kümmert. Mir hat das gezeigt, dass ich mich auf meinen Arbeitgeber verlassen kann. Wir konnten aktiv mitbestimmen und haben gemeinsam den Umgang mit der Corona-Situation besprochen. Beruhigend zu wissen und ein toller Background, wenn sich dann irgendwann mal wieder die langweiligen kleinen Alltagsärgerlichkeiten einschleichen sollten.

Ich weiß das echt zu schätzen! Und während ich diesen Eintrag zu Ende schreibe, mein Kaffee langsam leer wird und die Sonne herrlich scheint, freue ich mich einfach wieder auf einen völlig normalen Alltag…

Du hast Lust auf einen Tapetenwechsel und suchst nach einem so guten Chef wie Claudia ihn hat? Schau gern bei unseren Jobs rein.




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