Spezialisierung in der Augenoptik

Welche Optionen gibt es sich in der Augenoptik zu spezialisieren?

Veröffentlicht am: 12.11.2017
Autor/in: Ramona
Lesezeit: Minuten

Es gibt so viele spannende Bereiche in der Augenoptik die heutzutage nur spärlich besetzt sind oder eben nur selten noch ausgeführt werden. Meiner Meinung nach sollten wir das ändern, schließlich wissen wir alle, wie wichtig zum einen ein Alleinstellungsmerkmal ist und wie viele der Kunden auf unsere Unterstützung/Hilfe angewiesen sind. Ärzte können sich, in der heutigen Zeit, nicht mehr in dem Maße den Sehproblemen annehmen, es gibt zu wenig Augenärzte und zu viele Erkrankungen am Auge die nun mal vor gehen.

Auf den Erfolg linsen

Als Erstes fällt mir das Thema Kontaktlinsen ein, ein Thema mit vielen Unterpunkten. Da hätten wir zu erst die grobe Unterscheidung zwischen weichen und formstabilen Kontaktlinsen. Wer jetzt denkt, was soll ich an einer weichen Kontaktlinse noch anpassen, der liegt falsch… große Lebensmittelkonzerne, das Internet oder Drogeriemärkte wollen uns und unseren Kunden vorgaukeln, dass dafür kein Optiker mehr nötig ist. FALSCH! Ich muss hier wohl kaum über Augenentzündungen, fehlerhafte Pflege bzw. Folgeschäden sprechen. Wir müssen aber auch bei weichen Kontaktlinsen noch unterscheiden, es gibt diverse Unterpunkte, wie Tages-/Monatslinsen oder eben auch multifokale Kontaktlinsen. Ein Abschnitt der immer länger werden könnte. Bei den formstabilen Kontaktlinsen gibt es bei der Anpassung natürlich einiges mehr zu beachten, vor allem wie bekomme ich meinen Kunden in der heutigen Zeit, alles muss schnellstmöglich passen und schon am besten seit gestern funktionieren, dazu einer Kontaktlinse eine Eingewöhnungszeit einzuräumen? Ortho-K Linsen, Keratokonuslinsen und noch mehr Einsatzgebiete die zwar Speziell sind, aber genau deshalb auch in der heutigen Zeit sehr wichtig.

Brillenfassungen nach Maß

Es gibt zwar einige Hersteller, die in den letzten Jahren immer wieder den Service der individuellen Gestaltung angeboten haben, doch genau dieses Thema erfreut sich aktuell neuer Beliebtheit und sollte deshalb neu betrachtet werden. Nicht nur unterschiedliche Bügellängen oder Stegweiten sind nun möglich, sondern eben auch ein Modell komplett individuell mit oder für den Kunden zu designen. 3D-Drucker sind immer mehr im Vormarsch um den direkten Druck der neuen Brille zu gewährleisten. Doch das eigene Handwerk wird ebenfalls immer mehr geschätzt. So habe ich beispielsweise von einem Designer gehört, der aus gebrauchten Skateboards Brillen macht. Nicht nur cool sondern auch noch umweltfreundlich. 😉 Generell tolles Thema Brillen aus Holz und Stein klingt doch schon einfach toll. Wer seine Kunden mit Individualität belohnen will, der bietet sogar selbst den Service an, Brillen extra anzufertigen.

Gläserspezialist

Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten, was man alles mit Brillengläsern individuell korrigieren kann. So ziemlich jeder kennt die Individual Gleitsichtgläser, bei denen wir Optiker schon angehalten sind beim Hersteller mehr Angaben zu machen. Ständig wird hier weiterentwickelt und das ist auch wichtig. Unsere Augen werden heute so stark beansprucht wie noch nie! Wir arbeiten mehrere Stunden am Tag mit digitalen Medien und setzen unsere Augen nicht nur anstrengendem sondern eben auf lange Sicht auch schädlichem Blaulicht aus. Ich selbst habe beim arbeiten die Vorteile eines Blaufilters kennen und lieben gelernt. Spezielle Filter die für eine klare Sicht beim Arbeiten oder Autofahren sorgen, aber eben auch einen frischen Teint verleihen. Die meisten werben zwar mit breiten Spektren im Bereich Brillengläser und haben eine große Auswahl an Herstellern, aber um ehrlich zu sein, die wenigsten kennen sich wirklich damit aus! Ein Thema bei dem die Meinungen wohl auseinander gehen, allerdings sollte bei so vielen Faktoren ein Beratungsgespräch bezüglich der Gläser länger dauern, als die Auswahl der neuen Fassung. Index, Beschichtung, Filter, Oberflächendesign, Durchmesser, Lieferbereiche, Mittendickenreduktion oder Spezielle Randdicken um hier mal ein paar Faktoren zu nennen. Kann das wirklich, in einer Zeit in der wir so viel mit unseren Augen arbeiten, ein „Randthema“ sein? Ich denke wohl eher nicht.

Gläser schön und gut, aber was ist mit den Augen die da durchschauen?

Lange Zeit hat man nur einen Augenabstand gemessen und die Einschleifhöhe (was heute noch oft vernachlässigt wird!). Was ist mit den Restfaktoren? Ein Beratungsgespräch sagt mir so viel mehr! Der Kunde hat oft Kopfschmerzen… arbeitet er vielleicht mit der falschen Brille? Hat er eventuell eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit? Benötigen seine Augen ein spezielles Sehtraining oder hat er sich vielleicht sogar einen Nerv eingeklemmt? Wir müssen den Menschen ganzheitlich betrachten, wer sich nur auf eine Lösung einschießt der vergisst eindeutig, „die Augen sind der Spiegel der Seele“. Hat ein Kunde eine Erkältung oder leidet er aktuell unter stetig größerem Druck, dann sieht er auch nicht gut. In solchen Momenten ist es unser Job dem Kunden die Angst zu nehmen, ihm sachlich zu erklären, an welchen Faktoren dass liegt und ihn in dringenden/akuten Fällen zum Augenarzt zu schicken. Hier ist zu ergänzen, dass wir sehr genau auf unsere Wortwahl achten müssen um die Dringlichkeit eines Arztbesuches richtig zu vermitteln. Ein aktuell sehr wichtiges Thema ist „Trockene Augen“, wer seinen Kunden erklären kann, warum es verschiedene Präparate gibt und wie genau man herausfindet, welches das richtig ist, der wird bereits ganz anders wahrgenommen. Hier hilft es, sich mit Hilfe von Fachzeitschriften oder Fachbüchern zu informieren. Placing-You Leihbücherei Dennoch sollte auf alle Fälle auch mit Fachkräften gesprochen werden, z.B. Augenärzte, Orthoptisten oder Optometristen. Meiner Meinung nach werden auch Untersuchungen die ein ausführliches Sehprofil ermöglichen immer wichtiger und relevanter, unter anderem die Funktionaloptometrie. Die heutige Gesellschaft will aufgeklärt werden und erwartet ein gewisses Maß an Einbindung und ist das nicht auch interessant und spannend für uns?

Man sollte das etwas genauer unter die Lupe nehmen

Lupen oder spezielle Hilfsmittel sind hier die Lösung. Leider ist dieses Thema mit Abstand ein in Vergessenheit geratenes Thema geworden, dabei ist es um so wichtiger in der heutigen Zeit. Die Zahl der älteren Menschen steigt stetig und damit leider auch diverse Alterserscheinungen an den Augen. Gerade im Alter wo plötzlich die Zeit da ist, ein Buch zu lesen oder sich mit Handarbeit zu beschäftigen, wollen die Augen nicht mehr mitmachen. Lupen sind somit extrem wichtig. Wenn eine Lupe nicht mehr ausreicht, so gibt es noch Bildschirmlesegeräte, die einem den Text stark vergrößern oder die Kontraste ändern, damit die Buchstaben besser erkannt werden. Doch nicht nur im Alter sind Lupen wichtig, sondern eben auch in bestimmten Berufsfeldern wie bei Zahnärzten, Chirurgen, Goldschmieden oder Uhrmachern um mal ein paar zu benennen.

Zu jedem dieser Abschnitte könnte ich einen kompletten Eintrag verfassen, doch jeder sollte hier für sich selbst entscheiden, wo die eigenen Schwerpunkte liegen und welche Themen von Interesse sind. Die Augenoptik ist ein so großes, interessantes und vor allem tiefgründiges Thema, es ist viel zu schade nur an der Oberfläche zu kratzen.



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