Das Auge – Wunderwerk der Evolution

"Im Auge kann man mehr sehen als nur die Pupille."

Veröffentlicht am: 17.6.2018
Autor/in: Philipp
Lesezeit: Minuten

Der Wecker klingelt….langsam wird man wach und öffnet verschlafen die Augen. Wir erblicken die Welt in all ihren bunten Farben und Mustern. Für dich unspektakulär? Verständlich, denn für den Großteil von uns ist dies reine Normalität und nichts Besonderes.

Das menschliche Auge ist in der Regel nur etwa 2,4 cm lang. Im Vergleich zur extremen Leistung ziemlich klein, denn ein Tischtennisball hat einen Durchmesser von 4 cm. Sehen – dahinter steckt ein komplexer Aufbau mit vielen erstaunlichen Bauteilen, welche ich euch im Folgenden näher bringen möchte.

Die Reise beginnt

Schauen wir einen Gegenstand an, so muss diese Information einige Abschnitte des Auges durchdringen, bis sie schlussendlich im Gehirn landet. Eine Vielzahl an Vorgängen und ein fein aufeinander abgestimmtes System sorgen am Ende dafür, dass wir sehen können. Der Bulbus (Augapfel) befindet sich in der knöchernen Augenhöhle (Orbita) und ist mit Fettgewebe gegen Stöße und Verletzungen geschützt (kann man sich so vorstellen wie ein Airbag). Außen am Auge befinden sich pro Auge 6 Augenmuskeln, welche für sämtliche Blickbewegungen zuständig sind. Schauen wir nun einen Gegenstand an, so trifft das Licht auf die durchsichtige Hornhaut (Cornea) und gelangt von dort durch die Pupille (Iris/Blende wie bei der Kamera) zur Augenlinse.

Diese ist für das Sehen in unterschiedlichen Entfernungen zuständig und kann ihren Brechwert passend für jede Sehentfernung variieren. Sie ist übrigens auch dafür verantwortlich, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt immer schlechter lesen können. Hinter der Augenlinse passiert das Licht den Glaskörper (geleeartige, durchsichtige Masse) und trifft auf die Netzhaut (Retina).

Netzhaut – Hochleistung auf kleinstem Raum

Wer schon mal im Biologieunterricht oder während der Ausbildung in der Augenoptik ein Auge von innen gesehen hat, der muss feststellen: Der Großteil ist schwarz und nicht so schön bunt wie man es von Bildern gewöhnt ist. Aber warum ist das so?

Wie eben beschrieben, fällt das Licht auf die Netzhaut. Diese ist durchsichtig und wird durch eine Schicht (Pigmentepithel) abgeschottet. Ihre Zellen sind durch Melanin schwarz gefärbt, wodurch diese Pigmentierung Licht absorbiert und Streulicht sowie unerwünschte Reflexionen vermeidet. Gelangt das Licht zur Netzhaut wird es von ca. 120 Millionen Sinneszellen, den sogenannten Rezeptoren (Zapfen & Stäbchen) wahrgenommen und verarbeitet. Diese Rezeptoren sind zuständig für Farben, Bewegungen und Kontraste. Nur durch sie können wir am Ende sehen.

Das schärfste Sehen besitzt der Mensch in der Makula (gelber Fleck). An diesem Ort befinden sich ausschließlich Zapfen, welche für das Farben- und Tagessehen zuständig sind. Bemerkenswert ist hierbei die geringe Fläche von ca. 3 bis 5 mm, auf der alles stattfindet.

Die Schaltzentrale

Die Informationen aus den einzelnen Rezeptoren werden durch die Sehnerven gebündelt und gelangen so zum Gehirn. Dies kann man sich vorstellen wie ein Stromkabel, in dem viele kleinere Adern verlaufen. Das Kabel ist der Sehnerv und die Adern sind die einzelnen Nervenfasern. Bezogen auf den Sehnerv heißt dies allerdings, dass ca. 1 Millionen (!) Nervenfasern hindurchlaufen.

Schließlich im Gehirn angekommen, entsteht dort das Bild auf dem Kopf und seitenverkehrt. Dort wird die verkehrte Abbildung umgedreht, damit oben auch wirklich oben ist. Diese Fähigkeit lernt der Mensch angeblich während der ersten Lebensmonate. Du siehst, hinter dem Alltäglichen steckt doch in Wirklichkeit viel mehr.


Fazit

Dies war nur ein kurzer Auszug aus dem faszinierenden Thema Auge & Sehen. In Zukunft folgen weitere Artikel über die verschiedensten Bereiche der Augenoptik. Ich hoffe, dass ich dir einen ersten Einblick in dieses spannende Thema geben konnte!




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